Alterszahnheilkunde

Auch im Alter noch mit Freude essen!

Unsere Gesellschaft wird älter. Dazu wächst die Zahl der Senioren, und die der jüngeren Menschen sinkt. Das ist ein Wandel, welcher einen erhöhten und veränderten zahnmedizinischen Versorgungsbedarf von Senioren unabdingbar macht.

Die Annahme, dass Alter mit Zahnlosigkeit einhergehe, ist durch den Fortschritt der Zahnmedizin und die Erfolge der Prophylaxemaßnahmen längst revidiert.
Zudem bahnt sich, mit Blick auf Pflegestatistiken, eine Verlagerung der zahnärztlichen Betreuung aus der Praxis in den Heimbereich an. Denn die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, die in Heimen und privat betreut werden, wächst stetig und schnell.

Gleich welchen Alters und welcher Befindlichkeit ist Mundgesundheit eine Voraussetzung für Wohlbefinden und Lebensqualität. Diese präventiv aufrecht zu erhalten, sollte oberstes Ziel sein.

Viele Allgemeinerkrankungen zeigen Symptome im Mundbereich, die bei regelmäßigen Untersuchungen frühzeitig erkannt werden können. So neigt gerade der ältere Mensch zu Erkrankungen des Zahnfleisches und des Zahnbetts, weshalb für Senioren grundsätzlich die gleichen Prophylaxe-Empfehlungen wie für alle Erwachsenen gelten. Durch eine altersgerechte Zahn-, Mund- und Prothesenhygiene kann die Zahn- und Mundgesundheit erhalten bleiben und somit die Freude am Essen und die damit verbundene Lebensqualität.
Anders verhält es sich, wenn das Altern einher geht mit dem Eintritt in die Pflegebedürftigkeit. Der Patient ist nicht in der Lage selbstbestimmt den Zahnarzt aufzusuchen, und die tägliche Mundpflege wird mehr und mehr vom Pflegepersonal durchgeführt. Mangelhafte und schlecht sitzende Prothesen sind häufig für einen schlechten Ernährungs- und damit auch Allgemeinzustand des Patienten mitverantwortlich.

Gefragt ist ein mobiles Versorgungskonzept, das den derzeit über 2 Mio. pflegebedürftigen Menschen in Deutschland eine adäquate zahnmedizinische Versorgung gewährleistet, denn: nur zu verständlich ist der Wunsch und das Bedürfnis, mit den vorhandenen eigenen, gesunden und gepflegten Zähnen alt zu werden. Individuell abgestimmte Betreuungsprogramme müssen der Situation und den Belangen des älteren und alten Menschen angepasst werden.

Dieses Umdenken und Umstrukturieren der Vorgehensweisen kann die zukünftige zahnärztliche Versorgung unserer Senioren gewährleisten und ist eine Chance für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.

Sich dieser wichtigen Aufgabe zu widmen ist für mich Ausdruck einer besonderen Praxis-Ethik. Deswegen habe ich mit meinem Praxisteam 2004 im Rahmen eines Betreuungskonzepts der bayerischen Landeszahnärztekammer und des bayerischen Sozialministeriums die Patenschaft für eine Senioreneinrichtung übernommen sowie eine Kooperation mit über 30 weiteren.